ÄGYPTISCHE GESCHICHTE

 

DIE GESCHICHTE

Christian Bayer, Susanne Petschel

Die faszinierende Kultur und Geschichte der Ägypter war eine der Mächtigsten der Antike. Hier können Sie bereits eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Eckdaten und Ereignisse nachlesen und sich auf unsere beeindruckende Ausstellung einstimmen.

Vorgeschichte 5500 – 3100 v. Chr.

Aufgrund klimatischer Veränderungen Besiedelung des Niltals und des Nildeltas. – Der fruchtbare Boden erlaubt regelmäßige Ernten und lässt aus Jägern und Sammlern sesshafte Ackerbauern werden – Entstehung größerer und komplexer werdender Gemeinschaften – Bildung politischer Einheiten. Konflikte zwischen Ober- und Unterägypten – Erste Ausprägungen religiöser Vorstellungen – Erste große Begräbnisanlagen für die Könige – Entwicklung der Schrift.

Frühzeit:

1. und 2. Dynastie (um 3032 – 2707 v. Chr.)

Staatsbildung. – Einigung Ägyptens unter König Horus Aha – Aufbau von Verwaltung und Organisation des Staates, Memphis wird Hauptstadt – Abydos wird die königliche Nekropole – Etablierung eines Systems in Form eines sakralen Königtums mit einem König an der Spitze.

Altes Reich:

3. – 8. Dynastie (um 2707 – 2170 v. Chr.)

Erste lange Phase kultureller Blüte und materiellen Wohlstandes. – Erstes monumentale Steinbauwerk, die Stufenpyramide des Djoser bei Saqqara – Bau der großen Pyramiden von Giza – Sonnenheiligtümer bei Abusir – Zusammenbruch der Zentralmacht.

Erste Zwischenzeit:

9. – 11. Dynastie (um 2170 – 1976 v. Chr.)

Periode der Instabilität. – Machtkämpfe lokaler Fürstentümer um die Vormachtstellung in Ägypten – Zusammenbruch der Versorgungssysteme – Hungersnöte im Land – Niederlage der Fürsten von Herakleopolis – Fürsten von Theben herrschen über ganz Ägypten – Verlegung der königlichen Residenz nach Theben – Verbreitung des Osiris-Glaubens.

Mittleres Reich:

12. – 14. Dynastie (um 1976 – 1648 v. Chr.)

Zweite bedeutende Phase der Hochkultur. – Verlagerung der königlichen Residenz nach Lischt – militärische Kampagnen ins südlich gelegene Nubien – Schiffbarmachung der Stromschnellen des 1. Nilkataraktes bei Elephantine – Besetzung Nubiens – Bau von Festungsanlagen an der südlichen Grenze – Blütezeit der Literatur, Kunst, Wissenschaft und Architektur unter Anknüpfung an Traditionen des Alten Reiches – Wiederaufnahme des Pyramidenbaus vornehmlich bei Lischt und Dahschur – Gott Amun steigt zum „König der Götter“ mit Residenz im Tempel von Karnak (Theben) auf – Einwanderung westsemitischer Völkerschaften (Hyksos) ins Delta.

Zweite Zwischenzeit:

15. – 17. Dynastie (um 1648 – 1550 v. Chr.)

Erneuter Zusammenbruch der Zentralmacht. – Ägyptische Kleinkönige in Oberägypten herrschen parallel zu den Hyksos im Delta – Anführer der Hyksos beanspruchen königliche Privilegien und lassen sich als Könige inthronisieren – Handelsbeziehungen der Hyksos in den griechisch – mykenischen Raum sowie mit Kerma (Nubien) – zunehmende kriegerische Auseinandersetzungen mit den Ägyptern – Ahmose, dem Begründer der 18. Dynastie, gelingt die Einnahme von Auaris und die Bezwingung der Hyksos – technologische Innovationen durch die Hyksos im militärischen Bereich wie Pferd und Streitwagen, Nahkampf- und Fernwaffen, oder aber im alltäglichen Bereich der Gebrauchsgeräte wie die schnell drehende Töpferscheibe.

Neues Reich:

18. – 20. Dynastie (um 1550 – 1069 v. Chr.)

Ägyptens goldenes Zeitalter. – Entstehung der königlichen Nekropole im Tal der Könige – militärische Feldzüge nach Syrien-Palästina – unter Thutmosis III. größte territoriale Ausdehnung Ägyptens – der Gott Amun erlangt universelle Geltung – doch dann: der „Ketzerkönig“ Echnaton erstellt mit der Verehrung Atons ersten Monotheismus – Verlegung der königlichen Residenz von Theben nach Amarna (Mittelägypten) – unter Tutanchamun Wiederherstellung des traditionellen Götterpantheons – Unter den Ramessiden Verlegung der königlichen Residenz nach Piramesse unweit von Auaris im Delta – Kriege gegen das Reich der Hatti, gipfelnd in der Schlacht von Kadesch – Schulterschluss der beiden Reiche bis zu Hattis Niedergang durch die Seevölker – Invasionsversuche der Seevölker, Libyer und Nubier in Ägypten – Wirtschaftliche Unruhen am Ende des Neuen Reiches.

Dritte Zwischenzeit:

21. – 24. Dynastie (um 1069 – 714 v. Chr.)

Smendes (Gründer der 21. Dynastie) regiert von Tanis (Delta) aus den Norden Ägyptens. – Die Hohenpriester des Amun kontrollieren den Süden des Landes – durch Heiratspolitik sind beide Herrschaftsbereiche miteinander verwandt – Phasen konkurrierender Könige verschiedener Dynastien – Die Fürsten aus Sais (Delta) erweitern ihren Machtbereich auf das gesamte Nildelta. Pije, Herrscher des Reichs von Kusch (im heutigen Sudan), dringt von Süden bis nach Memphis vor.

Spätzeit:

25. – 31. Dynastie (um 746 – 332 v. Chr.)

Unter König Kaschta etabliert sich das nubische Reich von Kusch und gründet die 25. Dynastie, die bis zum Einfall der Assyrer unter König Assarhaddon 671 v. Chr. dem verarmten Land eine Atempause und kurze Blütezeit schenkt. – Die Assyrer inthronisieren einen Fürsten aus Sais. Während der 26. Dynastie gelingt die Wiederherstellung des einheitlichen Staates. Zeit internationaler Politik, Bildung von Bündnissen und Allianzen gegen die neue, aufstrebende Macht der Perser (Achämeniden) – 525 fällt Ägypten an die Achämeniden (27. Dynastie). Aufstände gegen die Perser, König Amyrtaios aus Sais gelingt deren Vertreibung – Usurpation des Throns durch Fürsten aus dem Delta (29. Dynastie) – mit Nektanebos I. aus Sebennytos beginnt die letzte einheimische Dynastie (30. Dynastie). Dann gerät Ägypten erneut unter persische Herrschaft (31. Dynastie).

Griechische Herrscher

(332 – 306 v. Chr.)

332 v. Chr. erobert Alexander der Große, der Begründer des Hellenismus, einer „neuen Epoche der Weltgeschichte“, Ägypten. Bestätigung seines Machtanspruches über Ägypten durch das berühmte Orakel des Gottes Ammon (= Amun). Planung und Gründung der Stadt Alexandria (331 v. Chr.).

Ptolemäisch-römische Zeit

(306 v. Chr. – 313 n. Chr.)

Alexandria wird Hauptstadt – Ein General Alexanders begründet die Herrscherdynastie der Ptolemäer, die 300 Jahre lang regiert – in der Mittelmeer-Metropole entsteht in der Antike ein einzigartiges Zentrum der Wissenschaft, Bildung und Forschung – Intensive diplomatische Beziehungen zu Rom. Verbindung Kleopatras mit Caesar, später mit Antonius. Ab 30 v. Chr. wird Ägypten römische Provinz.